Der web_2.0-Salon
Salons waren noch bis ins 20. Jahrhundert hinein Gesellschafts- oder Empfangszimmer, bzw. Säle repräsentativer Häuser, und gesellschaftliche Treffpunkte im privaten Rahmen für Diskussionen, Lesungen oder musikalische Veranstaltungen.
Für aktiven Gedankenaustausch, verbindende Kommunikation, die gemeinsame Pflege künstlerischer, philosophischer und gesellschaftspolitischer Entwicklungen bis hin zum politischen Engagement lassen sich heutzutage auch andere Versammlungsräume finden.
Ich scheue mich nicht - trotz aller teilweise berechtigten kritischen Diskussionen -, das sogenannte Web_2.0 als Ort zukunftsrelevanter translokaler Vergemeinschaftsräume (A. Hepp) zu verstehen. Und anderes als ihre traditionellen Vorreiter vermögen sie transparente, hierarchiefreie und von sozialen Standards und Zugehörigkeiten unabhängige Partizipationsräume herzustellen.
Nun, >flügelnächtlich< hofft, ein guter Gastgeber zu sein und freut sich auf möglichst viele und engagierte Gäste. Mögen Alessandrows Kolumnen und Beiträge eine willkommene Einladung sein.
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Siehe auch Habermas
Ergänzend dürfte Habermas’ "Strukturwandel der Öffentlichkeit" (1962) interessant sein. Die These dieses Werkes lautet: Im 18. Jahrhundert haben sich in Salons und Tischgesellschaften Räume der freien Rede herausgebildet, in denen erst Fragen der Kunst und dann auch Fragen der Politik erörtert wurden. Später erweiterte sich die Sphäre der bürgerlichen Privatleute zu einer eigenständigen machtkritischen Öffentlichkeit. Damit wurde Politik potentiell Angelegenheit der gesamten Gesellschaft.
Er führt weiterhin aus, dass in der Gegenwart öffentliche Diskurse durch kommerzielle Interessen der Massenmedien und durch politische Manipulation bedroht seien.