S. 2 - Internet-Manifest
Etlichen Thesen und Forderungen des kürzlich veröffentlichten Internet-Manifestes[1] und seiner Diskutanten kann nicht widersprochen werden:
Die Unterzeichner der 'Berliner Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums'[2] (160 europäische Verlage) müssen sich in der Tat fragen lassen, inwieweit es ihnen wirklich um unabhängigen Journalismus als eine Essenz demokratischer Werte geht, oder die Wahrung kommerzieller Interessen (Claudia Sommer[3]).
Mehr noch: Es gibt sie noch, jene Klasse (heute besser: Seilschaften) selbsternannten Geistesadels, deren Credo mit Adam Soboczynski etwa so lautet: „Da der Intellektuelle aus der Mehrheitsdemokratie geistesaristokratisch herausragt, ist er der Einzige, der die Bedingungen der Staatsform, in der er lebt, zu reflektieren vermag. Er stabilisiert Demokratie, indem er sich ihr wesenhaft entzieht.“ ('Das Netz als Feind'[4]). Hier geht es nicht nur um die Angst vor der Umstellung auf einen Journalismus, der nicht nur für Leser, sondern auch mit Lesern arbeitet; hier geht es nicht nur um die Angst vor der unliebsamen Konkurrenz unterbezahlter Internetkollegen; nein, hier scheint es mit Karl Mannheim[5] (in Konservatismus, Ein Beitrag zur Soziologie des Wissens) darum zu gehen, „ ... dass nicht nur Interessen Interessen gegenüberstehen, sondern dass Welten gegen Welten kämpfen.“: um den Machterhalt in einer sich verändernden Welt.
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eine Ergänzung zum Thema Journalismus + Internet
Gegen die Informationswelt von heute wirkt die des vergangenen Jahrhunderts bereits mittelalterlich. Allerdings: Wer mit ihr klar kommen will, muss umlernen und Angewohnheiten aus der Zeit der klassischen Massenmedien ablegen.
ein netter Beitrag des "elektrischen Reporters" (zdf + handelsblatt) zum Thema "Internet und Journalismus"
Hier