Sein und Design

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Ein polemisches Essay zur zeitgenössischen Kunst

Das Feuilleton nennt die seit dem 10. Februar 09 zu besichtigende Ausstellung La Sombra im Museum Thyssen-Bornemisza in Madrid epochal:
Die Geschichte der Kunst als Geschichte des Schattens. Plinius der Ältere erzählt den Anfang der Malerei als die Geschichte einer jungen Korintherin, die, wissend um die Flüchtigkeit der Liebe, den Liebsten in ihren Armen haltend zum Stift greift und ihrer beider Silhouetten an die Wand malt. Die Ausstellung setzt nicht zufälligerweise mit der Renaissance ein, jenem Zeitalter, in der das Göttliche sich zu relativieren beginnt. Der Schatten verzeitlicht die Kunst. Ob nun innerhalb oder außerhalb des Bildes, es gibt sie, die Lichtquelle, den Ort des Betrachters, die Gegenwart, der beleuchtet und ‚belebt’, Realität schafft und sie gleichermaßen übersteigt, Illusion feiert und ebenso raubt.
Es fällt auf, der Werkschau fehlt die Gegenwart.